Kapitel 7 – Victor

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Erfüllt von Energie und wohl wissend meinem Selbst näher gekommen zu sein folge ich meinem inneren Kompass weiter über Wiesen und durch Wälder.

Die Landschaft um mich herum wird allmählich flacher und lichter. In der Ferne kann ich dunkle Wolken am Himmel erkennen, welche ich in dieser Form in der Natur, aus welcher ich komme, noch nie gesehen habe. Von Neugier getrieben zieht es mich in Richtung dieses Ortes. Auf dem Weg dort hin treffe ich bald auf Zivilisation. Einfache Gebäude reihen sich vor mir auf. Offensichtlich herrscht hier Armut. Sicherlich kenne ich die einfachen Lebensverhältnisse, die ich auf meiner bisherigen Reise erlebte, doch waren die Bewohner dennoch glücklich mit ihrer Situation. Doch an diesem Ort sind kaum Einwohner auf den Straßen unterwegs. Die wenigen, die ich sehe tragen verschmutzte und zerfetzte Kleidung, laufen gebückt und vorsichtig und verschwinden schnell wieder. Eine sonderbare Stimmung erfüllt den Nebel, der diesen Ort einhüllt. Wo bin ich hier gelandet und warum ist es hier so anders als draußen in der Ferne? Plötzlich höre ich Getose nicht weit von mir entfernt. Sofort mache ich mich auf in diese Richtung.

Dort angekommen kann ich meinen Augen nicht trauen. Vier große dunkle Wesen in uniformer Rüstung zerren eine Person aus einem Gebäude. Sie wehrt sich, hat aber keine Chance. Ich zögere nicht und visiere den ersten der vier an, trete ihm von hinten in die Beine. Er geht in die Knie und bekommt sogleich einen Schlag gegen seinen Kopf. Zwei der Verteidiger kommen sofort auf mich zu. Dem ersten Hieb mit einer Art Stock weiche ich geschickt aus, sodass ich direkt vor dem Angreifer stehe. In der Bewegung verpasse ich ihm eine mit meinem Kopf in seine unheimliche Fratze und stoße ihn mit einem Tritt von mir Weg. Er verliert sein Gleichgewicht und geht zu Boden. Der Dritte allerdings ist bereits mitten im Angriff. Der Versuch auszuweichen scheitert und er erwischt mich mit seinem dunkelrot leuchtenden Stab am Rücken. Eine schmerzhafte Energie durchfährt mich und entzieht mir die Kraft. Flach gehe ich zu Boden, verliere kurz mein Bewusstsein.

Kurz darauf komme ich wieder zu Sinnen. Mit verschwommener Sicht erkenne ich die vier Gestalten und die gefangengenommene Person. Ich konzentriere mich auf meine neuentdeckte Fähigkeit, welche im Inneren schlummert, doch finde keinen Anschluss. Ein stechender Impuls geht durch Mark und Bein. Bewusstlosigkeit.

Plötzlich schrecke ich auf, stehe inmitten blauer Flammen. Ich erinnere mich an die Entführung, aber von den Beteiligten ist keine Spur mehr und ich ärgere mich über die Unfähigkeit, meine Kräfte nicht gezielt eingesetzt zu haben. Ein Anstoß, dies zu trainieren. Doch erst will ich herausfinden, was es mit den uniformierten Wesen, der Entführung und diesen Lebensverhältnissen auf sich hat. Sofort mache ich mich auf den Weg in Richtung der dunklen Wolken und lösche meine Flammen wieder.


Lyrics

Asinis Band - Victor - Chapter 7
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