Kapitel 6 – Stardust

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Ich spüre, dass diese Welt viele Wunder bereithält, aber ich dachte nicht, dass ich ihnen so nah bin.

Die Tage verfliegen in letzter Zeit. Diese vielen Eindrücke und Erlebnisse bieten keinen Platz für Ruhe. Das Innere ist aufgewühlt und ich habe das Gefühl, dass vieles dadurch undeutlich wird. Die Sicht ist betrübt. Ich brauchte Abstand und kehrte zurück in die Wildnis, fernab der Zivilisation, denn dort scheint die Zeit langsamer zu fließen. Sie folgt ihrem natürlichen Lauf und so tu ich es.

Durch dichte Wälder und hügelige Landschaften werde ich geführt auf meiner Suche nach Ruhe. Einfach Laufen, immer weiter, ohne Ziel, dem Instinkt folgend. Die Vielfältigkeit der Natur folgt einem Muster. Ich beobachte dieses konstant während meines Voranschreitens. Baum für Baum und Tag für Tag, Wiederholungen wirken hypnotisch, sodass die Zeit in Vergessenheit gerät. In diesem Moment, in dem ich mir darüber bewusstwerde, scheint das Ziel erreicht zu sein. Plötzlich stehe ich da mit offenen Augen, finde mich wieder auf einem hohen Plateau mitten im Nirgendwo. Der Blick reicht fern in alle Richtungen und alles scheint bekannt zu sein. Der Takt in meinem Körper ist heruntergefahren. Ich setze mich und schließe die Augen.

Alles schwarz. Irgendwie ein unbeschriebenes Blatt. Ich höre auf mein Inneres, spüre meinen Herzschlag und wie das Blut durch meinen Körper pulsiert. Plötzlich tanzt ein kleiner Funken vor meinem inneren Auge. Die Umgebung nehme ich mit meinen restlichen Sinnen wahr. Wind, Geräusche, der frische Duft des Waldes und ganz fern eine Anziehungskraft. Der Funken tanzt plötzlich nicht mehr allein. Inzwischen sind es fünf bunte Lichter, die umherschwirren. Ich lege alles ab, was mich beschäftigt, leere meine Gedanken. Ein Kribbeln breitet sich in meinem Körper aus und die Lichter, die ich sehe, fusionieren und bilden einen Leuchtball. Viele kleine Lichter schwirren aus allen Richtungen und schließen sich dieser Kugel an. Mein Körper vibriert innerlich, doch mein Puls bleibt ruhig. Plötzlich breitet sich diese Kugel explosionsartig in alle Richtungen aus. Vor Schreck öffne ich meine Augen und erkenne blaue Flammen, die meinen Körper bedecken. Feuer, aber ich spüre keinen Schmerz. Ich werfe einen flammenden Ball in die Luft und er verschwindet im Himmel. Überrascht denke ich: „Cool“. Und die Flammen erlöschen wieder.


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